Gemeinnütziger Verein Kücknitz e. V.

Projekt: Kulturhistorischer Erinnerungsort Pöppendorfer Lager

In Kücknitz, genauer gesagt in der Gemarkung Waldhusen/Pöppendorf befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg eines der größten Flüchtlingslager Deutschlands.projekt poeppendorfer lager
Im Juli 1945 errichtete die Britische Militärregierung das „Lager Pöppendorf“ im Waldhusener Forst in der Nähe des Bahnhofs Kücknitz als Entlassungslager für Wehrmachtsangehörige aus Norwegen. Ab Oktober 1945 wurde es als Durchgangslager für deutsche Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten genutzt. Mit insgesamt fast 1 Mio. Flüchtlingen und Vertriebenen während der Existenz des Lagers war Pöppendorf damals das größte Lager in ganz Schleswig-Holstein. Bis zum Sommer 1947 wurde es darüber hinaus auch für die Rückführung polnischer und baltischer sogenannter „displaced persons“, ehemaliger Zwangsarbeiter/innen genutzt. Im Herbst wurden hier schließlich im Rahmen der Operation Oasis tausende jüdische Flüchtlinge der Exodus untergebracht. Das Lager wurde bis zum Sommer 1950 als Flüchtlingsdurchgangslager genutzt. Danach wurde das Lager abgerissen. Heute leben nur noch wenige Zeitzeugen und es ist nur noch wenigen, ortskundigen Personen die Lage dieses für Lübeck und das Land so bedeutenden historischen Ortes bekannt.

Es ist wichtig, das die Hansestadt und ihr Ortsteil Kücknitz sich dieses Erbes bewusst ist, und es ist lohnend, an die dramatischen Geschehnisse dieser Zeit zu erinnern, die Leistungen der Stadt und der Menschen zu reflektieren, sie aufzuarbeiten und den heute lebenden Bürgern der Stadt und insbesondere der jungen Generation zu vermitteln. Der Gemeinnützige Verein Kücknitz e.V. mit weiteren Unterstützern hat es sich zur Aufgabe gemacht, den historischen Ort und die spezifische Bedeutung des Pöppendorfer Lagers für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Ziel des Projektes ist es, in drei Schritten die Geschichte des Lagers zu erforschen, zu dokumentieren und schließlich auch einer breiteren Öffentlichkeit nachhaltig zugänglich zu machen.Hinweisschild Projekt

Als erster Schritt wurde an historischer Stelle (2. Parkplatz Waldhusen nach dem Forsthaus in Richtung Pöppendorf) am 30.11.2014 ein Schild mit einem Projekthinweis aufgestellt um Öffentlichkeit herzustellen und weitere Hinweise aus der Bevölkerung zu erlangen.

Hinweisschild EingangAls zweiter Schritt wurde die Finanzierung durch eine Spendenzusage über 10 Tsd. Euro von der Possehlstiftung gesichert und das Projekt mit der Aufstellung des Hinweisschildes Nr. 1 „Eingang Pöppendorfer Lager“ am 20. Juni 2015 sowie der Internetpräsenz offiziell gestartet.

Ein dritter Schritt mit eventueller Errichtung eines Teils einer Nissenhütte als Infostätte wird geprüft und erarbeitet.

Der Gemeinnützige Verein Kücknitz hat bei dem Projekt die Federführung, als permanente Unterstützerin wirkt die „Gesellschaft der Freunde des Stadtwaldes e.V.“ mit (derzeitiger Vorsitzender: Dr. Lutz Fähser).